Klönsnack im Neuen Tor

Wer Donnerstags durch das “Neue Tor” die Innenstadt betritt oder verlässt, der fällt geradezu über die Ankündigungen der Klönsnack-Veranstaltungen der Fritz Reuter Gesellschaft e.V.. Vor kurzem war es mal wieder soweit. In ihrem Domizil kamen ca. 45 Freunde der niederdeutschen Sprache in einer gemütlichen Runde zusammen. Begrüßt wurden die Gäste und Mitglieder des Vereins, von ihrem Geschäftsführer, Eckhardt Vanselow. Die meisten der Anwesenden kennen sich von vielen Veranstaltungen her. So fällt die Begrüssung auch immer recht locker und persönlich aus.

Was eher selten vorkommt, zu dieser Veranstaltung konnte er sogar deren Präsident, Prof. Dr. Dr. Jürgen Grote, aus Mainz, begrüßen, hier als aktiven Zuhörer im Bild. Und das aus gutem Grund. Jedes Jahr plant der Verein die “Reutertage”. Da stehen immer wissenschaftliche Vorträge und Rezitationen zum Leben und Wirken Fritz Reuters sowie zur Niederdeutschen Literatur und Sprache auf dem Plan. In 2 Monaten, genauer am 18. bis 20. April 2008, finden die nächsten Reutertage, diesmal in Neustrelitz – der Residenz zu Zeiten Fritz Reuters statt. Da gibt es jede Menge für die ehrenamtlichem Mitglieder zu organisieren.

Aber zurück zur Veranstaltung. Thema der Veranstaltung “Radels”. Wer der niederdeutschen Sprache mächtig ist, der ist klar im Vorteil. Für die Unwissenden die sich jetzt keinen Reim auf “Radels” machen können: “Radels” heisst auf hochdeutsch Rätsel und diese trug Frau Fanslow, nicht verheiratet und nicht verwandt mit Herrn Vanselow, der Runde vor. Sie hat selber noch vielen Schülern nach der Wende die plattdeutsche Sprache vermittelt, bevor Sie letztes Jahr in Rente ging.

Bei Kaffee und Kuchen verging die Veranstaltung wie im Fluge. “Die Welt ist ein Dorf”, ein Beispiel für diesen sinnigen Spruch konnten Herr Grote und Herr Dahl an diesem Abend geben. “Sind Sie in die Schule in der Werderstrasse gegangen? Haben Sie bei Herrn Weiss Englisch gehabt? … Ich habe schräg gegenüber gesessen. – Jo, Peter Dahl, Dich kenne ich doch. Du spieltest doch Radball.” 1942-1949 haben beide eine Schulklasse am Schweriner Grundschule besucht. Hier, auf dieser Veranstaltung trafen sie sich per Zufall nach mehr als 60 Jahren wieder. Beide konnten sich noch gut aneinander erinnern.

Zum Ende der Veranstaltung wurde gesungen. Natürlich – auf plattdeutsch. Jeder der Interesse hat, ist zu den Veranstaltungen gern gesehen. Gerade im Sinne der fortschreitenden Globalisierung halte ich es für sehr gut, die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen und sich noch mehr für die Bewahrung der niederdeutschen Sprache mit einzubringen.

Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen.

Kontaktdaten:
Fritz Reuter Gesellschaft e.V.
Neutorstrasse Neues Tor
17033 Neubrandenburg
Tel. und Fax: 0395/ 544 27 53
www.frgev.de
FRGeV@freenet.de

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