
Es war mal wieder soweit. Am 26.April lud der bekannte Kunsthandwerker Franz-Ullrich Poppe zur dritten Auflage des “Kirschblütenfestes” in den wunderschönen Garten seines stadtbekannten “blauen Müritzwasserhauses” in Waren(M) ein. Hier einige O-Töne vom Veranstalter.
Was steckt hinter dem Kirschblütenfest
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Die Entstehungsgeschichte des Skulpturengarten
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Wässriger Kunstmarkt in Neubrandenburg
Das Glück war den Kunsthandwerkern an diesem Ostersamstag nicht hold. Windiges und regnerisches Wetter, teilweise leichter Schneefall, ließen nur die hartgesottenen Mitbürger den Weg zum Treptower Tor machen.
So konnten die Handwerker nur gut die Hälfte der sonst üblichen Interessierten an ihrem Stand begrüßen. Bereits zum zweiundzwanzigsten Mal wurde der Kunstmarkt in der Vier-Tore-Stadt durchgeführt und ist somit bereits zu einer festen Adresse in der Region geworden. Ursprünglich vom Zentrum für bildende Kunst zu DDR-Zeiten initiiert und am Friedländer Tor durchgeführt, wurde es nach der Auflösung des Zentrums durch einen Teilnehmer der ersten Stunde übernommen und weitergeführt. Nach Angaben von Töpfer Steilen, dem Organisator des Kunstmarktes, bauten dieses Jahr 18 Handwerker ihren Stand am Treptower Tor auf.
Ich habe mich an vier Ständen näher umgeschaut. Die Töpferfamilie Steilen hat 1986 eine Töpferei in der Neubrandenburger Jahnstraße aufgebaut. Am Anfang wurden verschiedene Glasuren verwendet. Nach der Wende hat man sich aber auf eine Glasur konzentriert. Man fertigt nicht immer knallige, modische Sachen, sondern Produkte, in die man sich erst auf den zweiten Blick verliebt. “Diese Liebe hält dann auch länger”, sagte Töpfer Steilen schmunzelnd. Mit einem eigenen Siegel, der Kornähre, sind alle eigenen Kreationen versehen. Die Kornähre wurde mit Bedacht ausgewählt. Sie steht für die Zeitlosigkeit und für landwirtschaftlichen Reichtum in Mecklenburg-Vorpommern, für Essen, für sich Wohlfühlen, führte Töpfer Steilen weiter aus.
Der hohe Arbeitsaufwand rechtfertigt die Preise. Wer die Gebrauchsartikel erst einmal ausprobiert, kommt wieder und kauft Weitere. Die Palette ist breit. Sie reicht von Obstschalen, Sieben, Fußschalen, Vasen bis zu Kannen mit Stövchen und natürlich bis zu Schmuckartikeln.
Daneben finde ich den Landschaftsmaler Rainer Helbig. Ihn hat es heute hart getroffen. Zwei Bilder hat er durch das Regenwetter verloren. “Das kommt vor”, sagt er und widmet sich dem nächsten Kunden.
Einen Stand weiter in der Reihe treffe ich auf den “Holzenthüller”. Aus heimischen Wurzelstücken und Holzauswüchsen, sozusagen aus Abfällen, fertigt Herr Bielenstein einzigartige Gegenstände. Deswegen nennt er sich auch treffend “Holzenthüller”. Viele dieser Unikate kommen später als Schmuck zum Einsatz, beispielsweise als Brosche, aber auch als Gebrauchsgegenstände wie Korkenzieher, Brieföffner, Gabeln und Schalen.
Gegenüber ist der Stand von Frank Bölter. Hier dreht sich alles um die Wolle. Gemeinsam mit seiner Frau firmiert er unter “Wollatelier im Gutshaus”. Seit 15 Jahren spinnen und färben sie Wolle. Auf dem Markt hat er ein umfangreiches Sortiment von vielen bunten Wollen in verschiedenen Stärken und auch das nötige Zubehör, wie Stricknadeln und Knöpfe mitgebracht. Wer sich die Arbeit mit dem Stricken sparen möchte, konnte auch fertige Jacken bei ihm kaufen.
Rechts neben dem Wollatelier komme ich mit Lutz Piegholdt ins Gespräch. In Fortsetzung einer 30-jährigen Familientradition als Meisterbetrieb, unterstützt der gelernte Drechsler und Elfenbeinschnitzer seit vielen Jahren seine Frau bei der Vermarktung der produzierten Waren. Seine “Brötchen” verdient der studierte IT-Spezialist mit einer eigenen Computerfirma. Nach den vielen Bits und Bytes über die Arbeitswoche, ist er froh über den Ausgleich. Ein Gedanke fasziniert den lustigen Demminer immer wieder: Der Weg des Holzes. Er kennt ihn genau. Vom Holzeinschlag über die Bearbeitung bis zur Endfertigung, meist sogar bis zum Käufer selbst.
Für diejenigen, die den Kunstmarkt nicht besuchen konnten, habe ich eine Linksammlung vorbereitet.
Holzenthüller Friedrich Bielenstein
Wollatelier im Gutshaus Conny & frank Bölter
Norddesign Drechslerei und Holzgestaltung Lutz Piegholdt
An dieser Stelle noch ein 360 Grad Panorama vom letzten Kunstmarkt. Autor ist der Panoramafotograf Frank Bürger.
