Netzwerk Natur-Tourismus

Ein Bus, 36 Personen und eine Exkursion durch die Nördliche Müritzregion. Was sich im ersten Moment wie eine Klassenfahrt anhören mag, beschreibt in Wirklichkeit die gestrige Veranstaltung des Netzwerks Natur-Tourismus. Und während Klassenfahrten dazu neigen Spaßveranstaltung mit Bildungscharakter zu sein, ging es gestern um wirtschaftliche Realitäten. Denn das Netzwerk ist eine von Bündnis 90/Die Grünen initiierte Plattform für touristische Kleinunternehmer/innen unserer Region im Segment Natur-Tourismus. Es soll diesen die Möglichkeit bieten Kontakte zu knüpfen und Vermarktungsstrategien auszutauschen, um sich so gemeinsam im harten touristischen Wettbewerb zu positionieren.
So lag es nahe im Rahmen der Exkursion auch Unternehmen unseres Landes aufzusuchen.
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Wässriger Kunstmarkt in Neubrandenburg

Kunstmarkt Ostern 2008

Das Glück war den Kunsthandwerkern an diesem Ostersamstag nicht hold. Windiges und regnerisches Wetter, teilweise leichter Schneefall, ließen nur die hartgesottenen Mitbürger den Weg zum Treptower Tor machen.

So konnten die Handwerker nur gut die Hälfte der sonst üblichen Interessierten an ihrem Stand begrüßen. Bereits zum zweiundzwanzigsten Mal wurde der Kunstmarkt in der Vier-Tore-Stadt durchgeführt und ist somit bereits zu einer festen Adresse in der Region geworden. Ursprünglich vom Zentrum für bildende Kunst zu DDR-Zeiten initiiert und am Friedländer Tor durchgeführt, wurde es nach der Auflösung des Zentrums durch einen Teilnehmer der ersten Stunde übernommen und weitergeführt. Nach Angaben von Töpfer Steilen, dem Organisator des Kunstmarktes, bauten dieses Jahr 18 Handwerker ihren Stand am Treptower Tor auf.

Ich habe mich an vier Ständen näher umgeschaut. Die Töpferfamilie Steilen hat 1986 eine Töpferei in der Neubrandenburger Jahnstraße aufgebaut. Am Anfang wurden verschiedene Glasuren verwendet. Nach der Wende hat man sich aber auf eine Glasur konzentriert. Man fertigt nicht immer knallige, modische Sachen, sondern Produkte, in die man sich erst auf den zweiten Blick verliebt. “Diese Liebe hält dann auch länger”, sagte Töpfer Steilen schmunzelnd. Mit einem eigenen Siegel, der Kornähre, sind alle eigenen Kreationen versehen. Die Kornähre wurde mit Bedacht ausgewählt. Sie steht für die Zeitlosigkeit und für landwirtschaftlichen Reichtum in Mecklenburg-Vorpommern, für Essen, für sich Wohlfühlen, führte Töpfer Steilen weiter aus.

Der hohe Arbeitsaufwand rechtfertigt die Preise. Wer die Gebrauchsartikel erst einmal ausprobiert, kommt wieder und kauft Weitere. Die Palette ist breit. Sie reicht von Obstschalen, Sieben, Fußschalen, Vasen bis zu Kannen mit Stövchen und natürlich bis zu Schmuckartikeln.

Treptower TorTöpferei SteilenTöpferei SteilenTöpferei SteilenTöpferei SteilenTöpferei SteilenTöpferei Steilen

Daneben finde ich den Landschaftsmaler Rainer Helbig. Ihn hat es heute hart getroffen. Zwei Bilder hat er durch das Regenwetter verloren. “Das kommt vor”, sagt er und widmet sich dem nächsten Kunden.

HolzenthüllerHolzenthüller

Einen Stand weiter in der Reihe treffe ich auf den “Holzenthüller”. Aus heimischen Wurzelstücken und Holzauswüchsen, sozusagen aus Abfällen, fertigt Herr Bielenstein einzigartige Gegenstände. Deswegen nennt er sich auch treffend “Holzenthüller”. Viele dieser Unikate kommen später als Schmuck zum Einsatz, beispielsweise als Brosche, aber auch als Gebrauchsgegenstände wie Korkenzieher, Brieföffner, Gabeln und Schalen.

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Gegenüber ist der Stand von Frank Bölter. Hier dreht sich alles um die Wolle. Gemeinsam mit seiner Frau firmiert er unter “Wollatelier im Gutshaus”. Seit 15 Jahren spinnen und färben sie Wolle. Auf dem Markt hat er ein umfangreiches Sortiment von vielen bunten Wollen in verschiedenen Stärken und auch das nötige Zubehör, wie Stricknadeln und Knöpfe mitgebracht. Wer sich die Arbeit mit dem Stricken sparen möchte, konnte auch fertige Jacken bei ihm kaufen.

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Rechts neben dem Wollatelier komme ich mit Lutz Piegholdt ins Gespräch. In Fortsetzung einer 30-jährigen Familientradition als Meisterbetrieb, unterstützt der gelernte Drechsler und Elfenbeinschnitzer seit vielen Jahren seine Frau bei der Vermarktung der produzierten Waren. Seine “Brötchen” verdient der studierte IT-Spezialist mit einer eigenen Computerfirma. Nach den vielen Bits und Bytes über die Arbeitswoche, ist er froh über den Ausgleich. Ein Gedanke fasziniert den lustigen Demminer immer wieder: Der Weg des Holzes. Er kennt ihn genau. Vom Holzeinschlag über die Bearbeitung bis zur Endfertigung, meist sogar bis zum Käufer selbst.

NorddesignNorddesign

Für diejenigen, die den Kunstmarkt nicht besuchen konnten, habe ich eine Linksammlung vorbereitet.

Holzenthüller Friedrich Bielenstein
Wollatelier im Gutshaus Conny & frank Bölter
Norddesign Drechslerei und Holzgestaltung Lutz Piegholdt

An dieser Stelle noch ein 360 Grad Panorama vom letzten Kunstmarkt. Autor ist der Panoramafotograf Frank Bürger.

Ostermarkt im Woggersiner Speicher

Zu einem “festen” Termin für die Neubrandenburger haben sich die Ostermärkte entwickelt. Gleich drei Speicher werben um die Gunst der Besucher aus Nah und Fern. Die Scheune Bollewick, die größte Feldsteinscheune Deutschlands, der Salower Speicher und der Woggersiner Speicher.

Bei einem Besuch in Woggersin konnte man sich von der mittlerweile hohen Beliebtheit ein Bild machen. Was positiv anzumerken ist: Es werden keine Gebühren für den Parkplatz und den Eintritt erhoben. Das wird sicherlich neben der günstigen Lage zu dem Erfolg des Osterfestes in Woggersin beitragen. Laut Otwin Fischer waren über 65 Aussteller zum Osterfest in Woggersin angereist. Schmuck, Keramik Kunsthandwerk war im oberen Stock untergebracht. Imker, Bäcker, Fleischer, wie gewohnt im Unteren.

Landschaftsmaler Rainer Hellwig war zufrieden mit seiner Entscheidung hierher zu kommen. Gleich mehrere Bilder kaufte eine junge Familie am Sonntag vormittag.

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